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DAS THEMA 2007
In den 30er Jahren entwickelte Otto Neurath das Zeichensystem »ISOTYPE«. Ausgehend vom Ansatz einer radikalen Demokratisierung des Zugangs zu Wissen wurde eine universelle Bildsprache geschaffen, wie sie sich heutzutage in international verständlichen Piktogrammsystemen wiederfindet.
Über 70 Jahre später ist beinahe jeder durch die zunehmende Technologisierung des Alltags zum Daten- und Informationsaustausch befähigt. Durch diverse Medien, allen voran das Internet, verfügen wir heute jederzeit über Bilder, Tools und sonstige Applikationen. Fotografien, Schriften, Logo-Sets und vieles mehr kursieren zu Dumping-Preisen im World Wide Web. Selbst Unternehmen bedienen sich dieser Aldi-Mentalität und versuchen so, sich ihre eigene »Identität« zu basteln. Die Do-it-yourself-Kultur scheint in Zeiten der »Geiz-ist-geil«-Mentalität Konjunktur zu haben. Und selbst in den eigenen Reihen gibt es genügend Gestalter, die mit Billig-Angeboten und Stangenware zu Schleuderpreisen zur Diskreditierung eines Berufsstandes beitragen.
Was bringt diese Demokratisierung in der Gestaltung mit sich? Verkommt Grafikdesign dadurch zur puren »Oberflächengestaltung«, anstatt intelligente Problemlösung zu sein? Macht diese inflationäre Entwicklung den Beruf des Gestalters auf lange Sicht überflüssig oder gerade deshalb umso notwendiger?
Wie weit die Relevanz dieser Berufsgruppe reicht, wird an einem aktuellen Statement Peter Sloterdijks
deutlich. So vertritt der Philosoph und Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung die These: »Heute sind Designer Revolutionäre«. Gestalter als Seismographen menschlicher Bedürfnisse und Sehnsüchte überschreiten immer wieder die Grenzen des Vertrauten, denken visionär und brechen mitunter höchst provokativ Tabus. Sind das lediglich werbewirksame Strategien, um in einer reizüberfluteten Zeit Aufmerksamkeit zu erregen? Oder leisten Grafik- und Kommunikationsdesigner auch einen Beitrag, das politische bzw. das gesellschaftspolitische Leben gestaltend mit zu verändern?
Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die »dere:07«, die dritte grafikdesignschau:regensburg,
und lädt wieder hochrangige Gestalter zu Gesprächen und Diskussionen ein.
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