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Die »dere:08« vom 10. bis 19. Oktober 2008


DEMOKRATIE WAGEN?
Grafikdesign zwischen purem
»Styling« und gesellschaftlicher
Verantwortung





















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DAS THEMA 2007

In den 30er Jahren entwickelte Otto Neurath das Zeichensystem »ISOTYPE«. Ausgehend vom Ansatz einer radikalen Demokratisierung des Zugangs zu Wissen wurde eine universelle Bildsprache geschaffen, wie sie sich heutzutage in international verständlichen Piktogrammsystemen wiederfindet.

Über 70 Jahre später ist beinahe jeder durch die zunehmende Technologisierung des Alltags zum Daten- und Informationsaustausch befähigt. Durch diverse Medien, allen voran das Internet, verfügen wir heute jederzeit über Bilder, Tools und sonstige Applikationen. Fotografien, Schriften, Logo-Sets und vieles mehr kursieren zu Dumping-Preisen im World Wide Web. Selbst Unternehmen bedienen sich dieser Aldi-Mentalität und versuchen so, sich ihre eigene »Identität« zu basteln. Die Do-it-yourself-Kultur scheint in Zeiten der »Geiz-ist-geil«-Mentalität Konjunktur zu haben. Und selbst in den eigenen Reihen gibt es genügend Gestalter, die mit Billig-Angeboten und Stangenware zu Schleuderpreisen zur Diskreditierung eines Berufsstandes beitragen.
Was bringt diese Demokratisierung in der Gestaltung mit sich? Verkommt Grafikdesign dadurch zur puren »Oberflächengestaltung«, anstatt intelligente Problemlösung zu sein? Macht diese inflationäre Entwicklung den Beruf des Gestalters auf lange Sicht überflüssig oder gerade deshalb umso notwendiger?

Wie weit die Relevanz dieser Berufsgruppe reicht, wird an einem aktuellen Statement Peter Sloterdijks
deutlich. So vertritt der Philosoph und Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung die These: »Heute sind Designer Revolutionäre«. Gestalter als Seismographen menschlicher Bedürfnisse und Sehnsüchte überschreiten immer wieder die Grenzen des Vertrauten, denken visionär und brechen – mitunter höchst provokativ – Tabus. Sind das lediglich werbewirksame Strategien, um in einer reizüberfluteten Zeit Aufmerksamkeit zu erregen? Oder leisten Grafik- und Kommunikationsdesigner auch einen Beitrag, das politische bzw. das gesellschaftspolitische Leben gestaltend mit zu verändern?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die »dere:07«, die dritte grafikdesignschau:regensburg,
und lädt wieder hochrangige Gestalter zu Gesprächen und Diskussionen ein.



DIE INTENTION

Die Grafikdesignschau Regensburg (»dere«) ging im September 2005 zum erstenmal an den Start.
Die Intention ist, eine Plattform zu etablieren, die das Thema Grafik- und Kommunikationsdesign in
seinen verschiedenen Facetten ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung rückt.

Von Anfang an konnten wir hochkarätige und herausragende Designer für die Veranstaltung gewinnen.
Der große Zuspruch seitens der begeisterten Teilnehmer und Besucher, die wieder aus ganz Deutschland
und darüber hinaus eigens nach Regensburg gekommen sind, hat uns dazu ermutigt, weiterzumachen
und die »dere« fortzusetzen. In diesem Sinne findet auch 2007 die inzwischen dritte Grafikdesignschau
in Regensburg statt: natürlich wieder mit interessanten Vorträgen und spannenden Diskussionen.
Nicht zuletzt die gemütliche Atmosphäre und die begrenzte Teilnehmerzahl schaffen viel Raum, mit den
Referenten und Kollegen persönlich ins Gespräch zu kommen. Dies macht die »dere« zu etwas ganz
Besonderem.
Neben dem Vortragstag stehen eine Podiumsdiskussion, eine Ausstellung, Workshops und in diesem Jahr
auch wieder eine Party auf dem Programm. Lasst euch überraschen!

Wir freuen uns schon heute ganz herzlich auf euch!